transparent  

transparent
Irgendwann erfindet jeder Mensch eine Geschichte, die er sein Leben nennt.
(Mark Twain)

www.martinakempff.de

Wie es anfing ...

Hier schreibe ich. Foto: Raina Seinsche Foto: Raina Seinsche

Mit sechs Jahren wollte ich Schriftstellerin werden.

Zweiundvierzig Jahre später wurde mein erster Roman veröffentlicht.

Natürlich war es nicht mein erster, sondern vermutlich mein zwanzigster. Als Achtjährige verfasste ich – noch auf Englisch – ein mehrseitiges vom Zauberer von Oz inspiriertes Märchen. Mit dem Ehrgeiz, Deutschlands jüngste Schriftstellerin zu werden, schrieb ich als Zwölfjährige einen Abenteuerroman. Ich traute mich allerdings nicht, ihn irgendeinem Verlag anzubieten, weil ich Passagen aus „Sigismund Rüstig“ und „Oliver Twist“ geklaut hatte. Den Spruch Man lege in des Tisches Mitte zwei Bücher, macht daraus das Dritte kannte ich noch nicht.

Mit sechzehn schickte ich einem Kinderbuchverlag eine Fantasy-Geschichte von mehreren hundert eng beschriebenen Seiten – zur Konfirmation hatte ich endlich die ersehnte Schreibmaschine bekommen. Eine Lektorin antwortete sehr freundlich, legte mir eine gründliche Überarbeitung des Stoffs ans Herz und wies darauf hin, eine Manuskriptseite dürfe keine siebzig Zeilen mit je etwa hundert Anschlägen und schon gar keine beschriebene Rückseite haben. Ich war eine arme Schülerin, schwer beleidigt und natürlich faul. Ich glaubte ans Genie, nicht an Arbeit und beschloss Journalistin zu werden.

Während der zwölf Jahre, die ich in diesem Beruf später tätig war, schrieb ich mehrere Zeitromane, die ich unermüdlich Verlagen anbot und die allesamt mit einem Formbrief abgelehnt wurden. Zum Glück, denn heute schaudert mir bei der Vorstellung, diese Werke in die Welt entlassen haben zu können.
Als Journalistin hatte ich mehr Erfolg, so dass ich mir mit Anfang Dreißig eine einjährige Auszeit leisten konnte, um auf einer griechischen Insel endlich einen vernünftigen Roman zu schreiben. Auch dieses Werk wurde abgelehnt, und so blieb ich in Griechenland und hielt mich mit Kurzgeschichten für Frauenzeitschriften, Reiseberichten für Tageszeitungen und diversen Jobs (Kellnern, Catering, Sprachunterricht, Übersetzungen, Führungen) über Wasser. Aus einem Jahr wurden fast neun Jahre. Ich hatte beschlossen, nie wieder einen Roman zu schreiben.

Ich war Mitte Vierzig und lebte bereits seit einigen Jahren als Übersetzerin von kleinen Texten, als Sprecherin und freie Journalistin in Amsterdam. Gerhard Schreiber, ein entfernter Cousin und ehemaliger Verleger (J.F. Schreiber Verlag), zeigte mir das Manuskript eines württembergischen Leutnants, der Napoleons Moskaufeldzug überlebt hatte, und fragte mich, ob ich einen Roman darüber schreiben wolle. Da unsere Vorfahrin, die Marketenderin Juliane Auguste Assenheimer, Mutter des späteren Verlagsgründers, ebenfalls mitgezogen war, könnte man dies mit der Familiengeschichte verknüpfen. Das Thema lockte mich, aber ich beschied ihm, ohne bindende Zusicherung eines Verlags nie wieder ein Buch zu schreiben. Mein Cousin bezahlte mir eine Leseprobe und wurde damit bei rund fünfzig Verlagen vorstellig. Eine Ablehnung kam übrigens auch von jenem Verlag, der wenige Jahre später sehr viel Geld blechte, um genau dieses Buch als Taschenbuch herausbringen zu können … Gerhard Schreiber, der als Verleger das Geschäft kannte, ließ sich von den zahllosen Ablehnungen nicht beirren und erhielt schließlich vom Weitbrecht Verlag in Stuttgart eine Zusage.

Das Buch wurde ein Erfolg und ich endlich Schriftstellerin.

 

Biografische Daten

1950 in Stuttgart geboren
1952 Umzug nach Bonn
1954 Umzug nach San Francisco
1956 Einschulung in die Westportal School (Bild)
1959 Umzug nach Berlin und ab
1962 Mitarbeit an der Schülerzeitschrift des Ernst Moritz Arndt Gymnasiums.
1964 Umzug nach Helsinki, Besuch der Deutschen Schule
1965 Internatsgymnasium Schloss Plön, Mitarbeit an der Schülerzeitung.
1970 Abitur, Zeitungsvolontariat beim Holsteinischen Courier in Neumünster.
1972 Erstes Redakteursjahr bei Der Abend in Berlin, daneben für Scala geschrieben, für den Rundfunk RIAS Glossen verfasst und eingesprochen.
1973 Redakteurin bei „Berliner Morgenpost“, nebenbei Arbeiten für „Quick“ und andere Blätter, Übersetzungen für den Koralle Verlag, erste Kurzgeschichten veröffentlicht.
1976 Redakteurin in der Berliner Redaktion von „Die Welt“.
1978 Umzug nach Bonn: Reporterin in der Zentrale von „Die Welt“
1981 Reporterin bei „Die Bunte“
1982 Umzug nach Griechenland, erst auf die Insel Paros und
1984 Mykonos
1989 Umzug nach Amsterdam, Gründung eines Übersetzerbüros, bei Eurovoice in Rotterdam als Sprecherin gearbeitet.
1998 Der erste historische Roman „Die Marketenderin“ erscheint bei Weitbrecht. Übersetzung und Leitung der deutschen Ausgabe der niederländischen Zeitschrift von „Jewels & Watches“
1999 „Die Rebellin“
2001 „Die Schattenjägerin“
2002 Erster zeitgenössischer Roman „Die Frau, die nichts tut“
Rückkehr nach Deutschland. Umzug in die Eifel.
2003 Erste Buchübersetzungen für Ansata, Lotus, Integral
2005 „Die Königsmacherin“
2006 „Die Beutefrau“
2008 „Die Welfenkaiserin"
2009 "Einkehr zum tödlichen Frieden", Krimi aus der Eifel
2010 „Die Kathedrale der Ketzerin“, Umzug ins Bergische Land
2010 "Pendelverkehr" Ein Eifelkrimi
2011 "Kehraus für eine Leiche" Ein Eifelkrimi
2012 „Knochen im Kehricht“ Ein Eifelkrimi
2013 „Die Gabe der Zeichnerin“, ein historischer Roman um Karl den Großen und den Bau seines Doms zu Aachen
2014 „Bekehrung“, ein Eifelkrimi
2015 „Wiederkehr „Ein Eifelkrimi
2015 „Die Teufelsbraut zu Aachen“, ein Satyrical, „Die Marketenderin – mit Napoleon in Russland“, komplett überarbeitete Neuausgabe mit Dokumentation
2016 „Die Rebellin von Mykonos – der Traum vom freien Griechenland“,komplett überarbeitete Neuausgabe mit Dokumentation (Ammianus Verlag);
2016 „Kehrblechblues“, ein Eifelkrimi

^ zurück nach oben ^

Martina Kempff 2007-2017 - Email: info@martinakempff.de - © & Design - Facebook